E.ON und Dow planen in Stade zwei klimaschädliche Kohlekraftwerke mit einer elektrischen Gesamtleistung von 2.000 Megawatt. Beide Projekte haben ein Investitionsvolumen von zusammen 2,2 Milliarden Euro. Vor einem Jahr hat der Stadtrat in Stade mehrheitlich die Aufstellung der Bebauungspläne für die beiden geplanten Kraftwerke beschlossen. In den nächsten Monaten stehen im Stadtrat weitere wichtige Entscheidungen im Hinblick auf die geplanten Kohlemeiler an.
Die Stromversorgung mit hohen Anteilen Erneuerbarer Energien erfordert einen restlichen Kraftwerkspark, der schnell und flexibel auf die naturgemäß schwankende Stromeinspeisung aus Wind und Sonne reagieren kann. Dafür sind Kohlekraftwerke weder technisch noch wirtschaftlich geeignet!
Im Gegensatz zu unflexiblen Kohleblöcken können hocheffiziente und flexible Gaskraftwerke einen wichtigen Beitrag für den Übergang in das regenerative Energiezeitalter leisten. Sie sind wesentlich umwelt- und klimaverträglicher und können die schwankende Einspeisung der Erneuerbaren optimal ausgleichen. Auch Dow investiert in Stade bereits in ein werkseigenes Gas- und Dampfturbinenkraftwerk. Dessen Erweiterung wäre eine sinnvolle Alternative zum geplanten Steinkohlekraftwerk.
Kohlekraftwerke sind die klimaschädlichste Form der Stromgewinnung. Der durch die beiden Kohlekraftwerke verursachte CO2-Ausstoß von jährlich über 10 Millionen Tonnen würde alle Klimaschutz-Anstrengungen der Stadt und des Kreises zunichtemachen und den Klimawandel in unverantwortlicher Weise weiter anheizen. Schon jetzt leiden insbesondere die Menschen in armen Ländern unter den verheerenden Folgen des Klimawandels.
Trotz „modernster“ Technik stoßen Kohlekraftwerke zudem erhebliche Mengen an hochgiftigen Schadstoffen aus, darunter Stickoxide, Schwefeldioxid und Schwermetalle wie Cadmium, Arsen und Quecksilber sowie hochgiftige organische Verbindungen wie z.B. Dioxine/ Furane. Der Betrieb der Kraftwerke hätte Gesundheitsgefahren für Bürgerinnen und Bürger der Region zur Folge: Der Ausstoß von großen Mengen an Feinstäuben und Schadstoffen verursacht Atemwegs-, Herz- und Kreislauferkrankungen. Hochgiftiges Quecksilber und krebserregende organische Stoffe reichern sich in der Nahrung an und gelangen so in den menschlichen Körper. Insbesondere die Haseldorfer Marsch, aber auch der Stader Raum sind schon jetzt mit diesen Schadstoffen stark vorbelastet. Auch die wertvollen landwirtschaftlichen Flächen und der Tourismus würden durch die Kohlekraftwerksbauten zusätzlich beeinträchtigt. Durch die enorme Kühlwasserentnahme/ -wiedereinleitung und Abwässer droht ein massiver ökologischer Schaden für die Elbe und darin lebende Fische.
Ausführliche Argumente gegen den Neubau von Kohlekraftwerken finden Sie bei der Deutschen Umwelthilfe.
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Web: www.stade-zukunftsfaehig.de